, , Tisa von der Schulenburg: Ordensfrau und Künstlerin - WERK
Das Werk der Tisa

Das Werk der Tisa von der Schulenburg

Tisa von der Schulenburgs Zeichnungen sind Waffe und Angriff zugleich: Sie zeichnet Warnrufe aus ihrem Wissen um Ungerechtigkeit, Not, Krieg und Tod. Sie ruft zu Wachsamkeit und Standhaftigkeit auf. Die Blätter sind unbequem, hart und erschreckend präzise - auf Kosten der Schönheit und Harmonie, die als die traditionellen Begleiter der Kunst hier außen vor bleiben. Die Mehrzahl der Zeichnungen sind reine Linearzeichnungen ohne Schattierung und Untermalung, eher Skizzen gleich.

Mit der Rohrfeder umreißt, entblößt sie Figuren, die vereinzelt, suggestiv oder in großen Gruppen häufig gesichtslos auftauchen. Doch gerade solche Menschengruppen besitzen starke Anziehung, reihen den Betrachter beispielsweise ein in den Zug der verfolgten Juden, stellen ihn zwischen die gefangenen Patrioten im Stadion von Chile, unter die Wartenden auf dem Arbeitsamt oder mitten hinein in die demonstrierenden Südamerikaner. Diese Künstlerin steht eng an der Seite der Entrechteten und so gleichen Zeichnungen oder Plastiken Protesten, deren stille Eindringlichkeit kompromißlos ist und der Würde des Menschen verpflichtet bleiben."
(Hela Baudis)

Der augenfällige Gegensatz. Tiefschwarze Tuschestriche auf weißem oder leicht getöntem Papier. Scharf abgegrenzte Linien, welche die zuvor makellos reine Fläche kerben, wie Striemen auf einst unversehrter Haut. Gemarterten, wunden Körpern gleich erscheinen manche Zeichnungen: lautlose Schreie namenloser Qual. Ein schmerzhaft harter Kontrast, den Tisa der Bambusrohrfeder, mit der sie zeichnet, abgerungen hat."
(Thomas Ostendorf)

Die folgenden Seiten zeigen eine thematische Auswahl aus dem Werk der Tisa zu den Komplexen Flucht | Holocaust | Bergleute | Vietnam.


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