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Das Werk der Tisa

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Das Werk der Tisa von der Schulenburg - Aussatz

1968/69 besucht Tisa von der Schulenburg / Schwester Paula eine Lepra-Station in Äthiopien. Es entsteht ein kleines Buch mit handgeschriebenen Erinnerungen und Zeichnungen:
Erdfarben die Tücher. Dunkelgebeizt die Gesichter. Erblindete Augen, zerfressene Gesichter, verkrüppelte Glieder. Sie gehen vor, sie wenden sich zurück, allen voran die Jungens, die auf die Grabsteine klettern, um uns besser zu sehen. Man zeigt mir den leprösen Priester, die verkrüppelte Alte, die zerborstene Hütte, die entsetzlichen Wunden, in denen Fliegen krabbeln. Lebhaftes Gerede. Töne, die ich nicht verstehe. Sie sprechen auf Sw. Gabriel ein."
(Tisa von der Schulenburg)
In einer kleinen Aussenambulanz, einer Wellblechbude, sitzen die Mütter mit ihren Kindern und warten auf die Behandlung. Sorgfältig hüllt die junge Mutter das Kind in die grau-braunen Lumpen. Junge Männer mit schwärenden Fußwunden, alte Frauen mit erblindeten Augen, der alte Mann mit dem Stock, sie alle sitzen dicht gedrängt in Stille und warten. Keine Bitterkeit, keine Unruhe, Gelassenheit, Frieden."
(Tisa von der Schulenburg)
Tisa hat die Notleidenden der Dritten Welt gezeichnet, die Hungernden in Biafra, in der Sahel-Zone und in Bangladesch. Das Thema von Mutter und Kind gerät unter ihrer Feder zur Anklage. Hohlwangige Frauen, Verzweiflung oder Resignation im Blick, mit ihren Kindern. Die Brust scheint leer zu sein, die dem Kleinkind gereicht wird, dessen Körper zum Skelett abgemagert ist und das den Kopf eines Greises hat."
(Anneliese Schröder)

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